Chronik


Hergersweiler wurde erstmals im Jahr 1301 in einer Urkunde des Klosters Eußerthal erwähnt. Von 1410 bis 1797 gehörte das Dorf zum Herzogtum Pfalz – Zweibrücken. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde es wegen seiner geringen Einwohnerzahl weitgehend vom größeren Nachbarn Winden mitverwaltet. Kirchlich blieb Hergersweiler immer Teil der Pfarrgemeinde Winden, welche seit der Reformation protestantisch ist. In seiner Geschichte hatte das Dorf unter kriegerischen Ereignissen schwer zu leiden. Im Dreißigjährigen Krieg und den darauf folgenden Eroberungskriegen des französischen Königs Ludwig XIV. war die Bevölkerung Plünderung, Zerstörung und Tod ausgesetzt. Mehrfach erhob Frankreich Anspruch auf südpfälzische Gebiete und konnte sie zeitweise unter seiner Krone regieren. Nach Ausbruch der Französischen Revolution 1789 geriet Hergersweiler erneut zwischen kriegerische Auseinandersetzungen, die unter der Führung Napoleons mit der Einverleibung der linksrheinischen Pfalz 1797 in die Französische Republik endeten. Im Zuge der von Napoleon I. durchgeführten Verwaltungsreform wurde Hergersweiler dem Departement Bas-Rhin zugeordnet und französischer Gesetzgebung unterstellt. Dadurch kamen den Bürgern die neu errungenen Freiheiten der Revolution zugute. Das Dorf wurde selbständige Ortsgemeinde.
1816 wurde es wieder deutsch und Teil des Königreichs Bayern. Diese Zugehörigkeit endete 1946 mit der Bildung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz durch die französische Militärregierung. Bedingt durch die kriegerischen Wirren und wirtschaftliche Not im 17. und 18. Jahrhundert kam es auch in Hergersweiler zu mehreren Aus- und Einwanderungswellen. Religiös Verfolgte aus dem französischen Raum und Neusiedler aus der Schweiz ließen sich hier nieder. Hiesige Bürger wanderten bis zum 19. Jahrhundert nach Nordamerika aus. Nach dem 1. Weltkrieg stand der Landstrich wieder für einige Jahre unter französischer Besatzung. Wegen der Nähe zur Staatsgrenze wurde die Bevölkerung nach Ausbruch des 2. Weltkrieges für fast ein Jahr nach Oberfranken evakuiert. Nach Kriegsende 1945 lagen zwei Gehöfte in Trümmern, andere waren beschädigt. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts lebten die Einwohner Hergersweilers fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Neben Viehhaltung, Getreide- und Kartoffelanbau war der Tabak- und Weinanbau von besonderer Bedeutung. Die Rebflächen sind seither stetig gewachsen, die Tabakanpflanzung hingegen ging völlig zurück. Infolge des tiefgreifenden Strukturwandels auf dem Agrarsektor und der Ansiedlung von Industrie, vor allem im Raum Karlsruhe, änderte sich die Erwerbslage im Dorf grundlegend.
Heute hat das Dorf seinen bäuerlichen Charakter weitgehend verloren. 1954 zählte Hergersweiler 153 Einwohner. Im Jahr 2000 ist die Zahl durch Bebauung von bislang landwirtschaftlich genutzter Fläche auf 214 Personen angestiegen. Die weitere Erschließung von Baugelände bietet neue Möglichkeiten, sich hier, am Rande der Vorhügelzone der Oberrheinischen Tiefebene in der anmutigen Landschaft bei Bad Bergzabern anzusiedeln.

Mehr über die Geschichte Hergersweilers steht in der Ortschronik, welche zum Ortsjubiläum erschien.

Autorin: Gertrud Pfannhuber
 
 

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  • Aktualisiert am: Donnerstag, 5 Januar 2017
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